Wir haben Finito Pro vier Wochen lang im Alltag eines Schweizer Handwerksbetriebs getestet. Hier ist unser ausführliches Fazit.
Kurz gesagt: Finito Pro ist eine Projektmanagement-App, die speziell für Schweizer Handwerker und Dienstleister entwickelt wurde. Die Stärke liegt in der nahtlosen Integration von Projektverwaltung, Zeiterfassung, Foto-Dokumentation und Rechnungsstellung in einer einzigen mobilen App. In unserem vierwöchigen Praxistest überzeugte Finito Pro durch intuitive Bedienung, schnelle Einrichtung und solide Schweizer Infrastruktur. Abzüge gab es für den noch begrenzten Funktionsumfang im Bereich Ressourcenplanung.
Die Registrierung bei Finito Pro ist denkbar einfach: E-Mail eingeben, Betriebsname wählen, fertig. Keine Kreditkarte, kein Abo-Zwang, keine langen Formulare. In unserem Test war das erste Projekt nach weniger als zehn Minuten angelegt — inklusive Kundendaten, Projektbeschreibung und geplanter Aufgaben. Zum Vergleich: Bei unserem letzten Test mit ClickUp dauerte die initiale Einrichtung über eine Stunde, und bei Microsoft Project brauchten wir einen halben Tag, um die grundlegende Projektstruktur aufzusetzen.
Das Dashboard zeigt auf einen Blick alle offenen Projekte, anstehende Aufgaben und den aktuellen Stundenstand der Woche. Die Navigation ist logisch aufgebaut: Projekte, Zeiterfassung, Dokumente und Rechnungen bilden die vier Hauptbereiche. Wer schon einmal mit Trello oder einer ähnlichen App gearbeitet hat, findet sich sofort zurecht. Wer nicht — auch. Die Lernkurve ist flach, was für einen Handwerksbetrieb, der keine IT-Abteilung hat, ein entscheidender Vorteil ist.
Intuitiv, schnell erlernbar, auch für Nicht-Techniker sofort verständlich.
Solide Auftragsverwaltung mit Statusverfolgung. Ressourcenplanung noch ausbaufähig.
Start/Stopp-Timer, manuelle Eingabe, automatische Rapporte. Mobile Erfassung tadellos.
Fotos werden automatisch dem Projekt zugeordnet. GPS-Tagging und Zeitstempel inklusive.
QR-Rechnung, Offerten, Teilrechnungen. Export nach bexio möglich. Mahnwesen noch basic.
Native iOS/Android-App. Offline-Modus funktioniert zuverlässig. Push-Benachrichtigungen.
Schweizer Rechenzentrum. nDSG-konform. Verschlüsselung in Transit und at Rest.
14 Tage gratis, danach faire Preise. Kein Abo-Zwang. Alle Funktionen ohne Aufpreis.
Im Kern von Finito Pro steht die Projektverwaltung. Ein neues Projekt wird in wenigen Schritten angelegt: Kunde auswählen (oder neu erfassen), Projektname und -beschreibung eingeben, Startdatum und geplantes Enddatum setzen. Optional lassen sich Aufgaben, Checklisten und Meilensteine hinzufügen. Die Projektübersicht zeigt den aktuellen Status, die erfassten Stunden und die bisherigen Kosten.
Was uns besonders gefallen hat: Die Verknüpfung aller Projektdaten. Fotos, Zeiteinträge, Notizen und Rechnungen sind immer dem richtigen Projekt zugeordnet. Kein Suchen in verschiedenen Ordnern, kein Hin-und-Her zwischen verschiedenen Apps. Das klingt selbstverständlich, ist es aber bei vielen internationalen Tools wie Asana oder Trello nicht. Dort müssen externe Integrationen eingerichtet werden, um ähnliche Funktionalität zu erreichen.
Im Vergleich zu Jira, das eine aufwändige Konfiguration von Workflows, Issue-Typen und Feldern erfordert, ist Finito Pro bewusst schlank gehalten. Das ist Stärke und Schwäche zugleich: Für komplexe Grossprojekte mit vielen Abhängigkeiten und kritischen Pfaden reicht Finito Pro (noch) nicht aus. Für den typischen Handwerksbetrieb mit 3 bis 20 gleichzeitigen Projekten ist es aber genau richtig.
Die Zeiterfassung ist für viele Handwerksbetriebe die meistgenutzte Funktion. Finito Pro bietet drei Erfassungsarten: einen Start/Stopp-Timer (ideal für die Baustelle), manuelle Eingabe (für die nachträgliche Erfassung) und eine Wochenansicht zum schnellen Ausfüllen. Im Test funktionierte der Timer zuverlässig — auch bei schlechtem Mobilfunknetz auf der Baustelle, da die App Daten lokal zwischenspeichert und bei Verbindung synchronisiert.
Die automatische Rapportgenerierung ist ein echtes Highlight: Aus den erfassten Zeiten wird per Knopfdruck ein Arbeitsrapport im PDF-Format erstellt, der direkt an den Kunden oder die Buchhaltung weitergeleitet werden kann. Das spart pro Woche geschätzt ein bis zwei Stunden administrative Arbeit. Monday.com bietet eine ähnliche Zeiterfassung, erfordert aber ein kostenpflichtiges Add-on und eine aufwändigere Konfiguration.
Die Foto-Dokumentation in Finito Pro macht Vorher-Nachher-Vergleiche und Mängelprotokolle zum Kinderspiel. Fotos werden direkt aus der App aufgenommen, automatisch mit GPS-Koordinaten und Zeitstempel versehen und dem aktuellen Projekt zugeordnet. Im Test haben wir über 200 Baustellen-Fotos erfasst — die Organisation funktionierte einwandfrei. Eine vergleichbare Funktion gibt es bei keinem der internationalen Generalisten wie Asana, ClickUp oder Notion.
Die Rechnungsstellung in Finito Pro erstellt QR-Rechnungen nach Schweizer Standard. Aus den erfassten Zeiten und Materialien lassen sich Offerten, Akonto-Rechnungen und Schlussrechnungen generieren. Der Export an bexio und andere Buchhaltungssysteme funktioniert über eine API-Schnittstelle. Was noch fehlt: Ein automatisiertes Mahnwesen und die Anbindung an E-Banking-Systeme. Laut Finito Pro ist dies für das nächste Quartal geplant.
Finito Pro trifft den Nerv vieler Schweizer Handwerksbetriebe: Eine einzige App, die Projekt, Zeit, Foto und Rechnung vereint — ohne unnötige Komplexität. Die Bedienung ist intuitiv, die Einrichtung schnell und die Schweizer Infrastruktur vorbildlich. Wer eine mächtige Enterprise-Lösung mit Gantt-Charts und kritischen Pfaden sucht, ist bei Microsoft Project besser aufgehoben. Für den typischen Handwerks- oder Dienstleistungsbetrieb mit 1 bis 50 Mitarbeitern ist Finito Pro unsere klare Empfehlung.